Herstellungsverfahren Hundefutter

Wie wird Trockenfutter und Co. eigentlich hergestellt?

Trockenfutter

Beim Kaltpressen oder bei der Extruder-Herstellung werden die Zutaten in der Regel erst getrocknet und zu einem feinen Brei vermahlen (Fleisch und Nebenerzeugnisse, Kohlenhydrate, Gemüse und alle Zusätze) oder bereits im dehydrierten Zustand (Fleisch- und Tiermehle) verwendet. Es gibt neuere Verfahren, die frisches Fleisch zulassen. Aber auch bei diesem Verfahren wird während der Herstellung die Feuchte fast vollständig entzogen.

Extruder-Herstellung: Im ersten Herstellungsschritt kommt der Mix in die spiralförmige Windung des Schneckendossierers. Dieser transportiert die Mischung zum Konditionierer, wo alles unter Zugabe von Wasser und Wasserdampf zu einem etwa 50-75 °C warmen Teig geknetet wird. Der Schneckendossierer knetet den Teig und transportiert ihn zum Zylinderende, an dem sich die Matrize mit ihren Durchlässe befinden. Kurz vor der Matrize erhöht sich der Druck auf 40 bar, wodurch die Temperatur für einige Sekunden auf 105°C bis maximal 130 °C steigt. Hierdurch wird die Teigmischung durch die Formlöcher der Matrize nach außen gepresst. So können große Mengen in sehr kurzer Zeit hergestellt werden. Nach dem Abkühlen werden Fett, Vitamine, Antioxidantien, Haltbarmacher usw. aufgesprüht. Diesen Vorgang nennt sich Coaten.

Beim Kaltpressen werden alle Zutaten, in der Regel auch im Trockenzustand, gemischt und mit Wasser wieder befeuchtet. Der Brei wird nun durch Walzen in Form gepresst. Aber Achtung: auch diesem Verfahren schließt ein Hochdruckverfahren bis 80°C an (allerdings ohne Wasser), um die Kroketten in Form zu halten. Auch hier werden die Kroketten wie auch extrudiertes Futter mit allen Zusätzen gecoatet.

Das erste industrielle Hundefutter wurde übrigens bereits Mitte des 19 Jahrhunderts gebacken. Wie damals verwenden auch heute noch Hersteller vorgefertigte, manchmal auch schon getrocknete Nahrungsbreie. Diese werden wieder mit Wasser versetzt und, damit die Briketts/Plätzchen in Form bleiben, mit Gluten (meist Dinkel oder Weizen) oder Kartoffelstärke verarbeitet. Auch hier kommen Zusatzstoff für Geschmack und Optik sowie Triebmittel, für ein gleichbleibendes Aussehen, zum Einsatz. Nach dem Backen härtet das Futter aus und ist lange haltbar. Dieses Verfahren ist aufwendiger und teurer. Das gebackene Futtermittel ist in der Regel sehr kohlehydratlastig.

Nassfutter

Nassfutter wird so hergestellt, wie man es sich vorstellt: Die Zutaten werden gemischt und in Dosen abgefüllt. Auf die Dosen wird dann in Autoklaven eine lange Zeit mit hohem Druck und hoher Temperatur eingewirkt. Das heißt, dass Futter wird mindestens für eine Stunde auf 121° Celsius erhitzt. Auch hier gibt es mittlerweile Verfahren, die mit niedrigeren Temperaturen arbeiten. Das macht den Einsatz von Zusatzstoffen wieder notwendig.

Halbnassfutter

Beim Halbfeuchten Hundefutter werden alle, zum Teil rohe Zutaten zusammen mit Hilfe von 100 Grad heißem Wasserdampf gegart. Durch das Garen werden die Bestandteile haltbar. Nach dem Garprozess wird das Futter getrocknet und zum Ende hin, wie auch Trockenfutter, gecoatet.

Gefriertrocknen

Alle Zutaten werden zunächst eingefroren. Dann wird ein Vakuum erzeugt, um das Wasser schonend
aus dem gefrorenen in den gasförmigen Zustand zu überführen (Sublimation), d. h. das Wasser wird
verdampft. Dabei verlieren die Produkte 2/3 ihres Gewichtes, behalten aber die ursprüngliche Form
bei. Durch den Entzug von Wasser werden die Bestandteile des Futters lange haltbar.

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