Futterumstellung

Die Umstellung kann für die Verdauung eines Hundes eine Herausforderung sein, besonders die Knochenfütterung. Die Produktion von Verdauungsenzymen in Magen, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm und die Darmflora müssen sich der neuen Kost anpassen. 

Bei einer sehr abrupten Futterumstellung von Trockenfutter zu anderen Futterformen kann unter Umständen die präzäkale Verdauung nicht funktionieren und das Futter wird erst im Dickdarm bakteriell verdaut. Blähungen und Durchfall können folgen.


Um das zu vermeiden, sollte die Umstellung in ca. 2 Wochen Zeit erfolgen. Einen detaillierten Umstellungsplan
findest Du am Ende dieser Seite. In dieser Zeit wird das ursprüngliche Futter noch weiter
gegeben und immer mehr reduziert. Mit folgenden Tipps wird die Umstellung schonend für das
Tier:

 

  • Nicht mit Knochen oder Innereien beginnen. Langsam mit einer Fleisch und Gemüsesorte beginnen.
    Gerne das neue Futter auch mal als Snack zwischendurch anbieten.
  • Bei BARF: Fleisch und Fisch klein schneiden oder durch den Fleischwolf drehen.
  • Ist rohes Fleisch total unbekannt, kann es anfangs kurz angebraten werden. Das intensiviert
    Geruch und Geschmack.
  • Wird das rohe Fleisch nach ein paar Tagen akzeptiert, können nach und nach knorpelige
    Knochen und Innereien sowie geraspeltes Gemüse oder auch eventuell rohes Eigelb
    angeboten werden.
  • Frisst der Hund das BARF/Gekochte Mahl zügig und gerne auf, dann kann das alte Futter
    weggelassen werden.
  • Eventuell hilft es, den Instinkt zu nutzen: Das Fleisch in der Wohnung oder im Garten
    verstecken und finden lassen. Oder auch mal werfen.

Mögliche Probleme und Ihre Lösungen:

  • Das Tier lehnt Fleisch ab: Die Fleischqualität überprüfen, mehrere Fleischsorten ausprobieren.
  • Gemüse wird nicht gefressen: das Gemüse pürieren und Knochen oder Fleischbrühe (Fleischsaft
    von rohem Fleisch) versetzen oder mit Milchprodukten mischen.
  • Pürierte Innereien werden abgelehnt: Leber, Milz und Nieren kurz garen. Hilft das auch nicht,
    kann die Leber durch Dorschlebertran, das Selen der Nieren durch Kokosraspeln und der
    Eisenlieferant Milz durch Blutpulver oder Blutkonserve ersetzt werden.

 

Für wen ist eine Rohfütterung nicht oder nur bedingt geeignet?


 

  • Sehr alte Tiere: Die Magensaftproduktion lässt im Alter stark nach. Knochen oder auch rohes
    Fleisch können nicht ausreichend verdaut werden. Hier empfehle ich generell selbst Kochen
    mit einer Futterzusammensetzung 60 : 40 %
  • Chronische Magen-Darm-Entzündungen
  • Nierenerkrankungen
  • Manche Hunde akzeptieren keine Rohfütterung, dann empfiehlt sich auf Nassfutter oder selbst
    Kochen umzustellen
  • Allergien und Unverträglichkeiten bei Proteinen im Rohzustand
  • Bei einer Abneigung als Besitzer im Umgang mit Rohzutaten
  • Zeitmangel: dann lieber BARF-Menüs verwenden und das Futter nicht selbst zusammenstellen

Von Trockenfutter zu Nassfutter oder selbst Kochen oder auch BARF

Futterumstellungsplan

Viele Hunde, die ausschließlich über Fertigprodukte (in Form von Trockenfutter) ernährt werden, lehnen anfangs das BARF, Trockenbarf, Selbstgekochte oder Nassfutter ab.


Wie auch bei einem Wechsel der Futtersorte, sollte dem Hund eine Eingewöhnungszeit gegeben werden, damit das empfindliche Verdauungssystem Zeit hat, sich umzustellen. Das neue Futter anfangs erst in kleiner Menge füttern und dann, in einem Zeitraum von ca. 10 bis 14 Tagen, vollständig ersetzen.


Umstellungsempfehlung
bei täglich zwei Rationen


1. bis 3. Tag
Morgens: 1/2 Tagesbedarf bisheriges Futter
Abends: 1/4 Tagesbedarf bisheriges Futter und 1/4 Tagesbedarf neues Futter
Zwischen den beiden Futterarten sollte eine Pause von mindestens 15 bis 20 Minuten liegen, da der
Verdauungsapparat sonst überlastet.

4. und 7. Tag:
Morgens: 1/2 Tagesbedarf bisheriges Futter
Abends: 1/2 Tagesbedarf neues Futter

8. bis 10. Tag:
Morgens: 1/4 Tagesbedarf bisheriges Futter und 1/4 Tagesbedarf neues Futter
Zwischen den beiden Futterarten sollte eine Pause von mindestens 15 bis 20 Minuten liegen, da der
Verdauungsapparat sonst überlastet.
Abends: 1/2 Tagesbedarf neues Futter

ab 11. Tag:
komplette Umstellung auf neues Futter.
Nach 14 Tagen gilt die Umstellung als vollständig abgeschlossen.

Hunde, die Trocken-/Nassfutter gemischt bekommen oder bereits ausschließlich Nassfutter erhalten, nehmen
gerne Selbstgekochtes zu sich, da sie an die Konsistenz des gekochten Fleisches mit Gemüses bereits gewöhnt sind. Die vollständige Umstellung kann innerhalb von zwei bis vier Tagen erfolgen. Sollte ein Hund das Futter ablehnen (da die Lockstoffe fehlen), kann es helfen, es lauwarm anzubieten. Gewärmt riecht es für den Hund attraktiver und was für den Hund gut riecht, frisst er bevorzugt. Manchmal hilft auch ein Futterplatzwechsel oder der Austausch des Napfes (Kunststoff nimmt Gerüche auf, Edelstahl
hat einen starken Eigengeruch).

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