5. März 2026
Welpenernährung – warum die richtige Fütterung für die Entwicklung so wichtig ist
Die ersten Lebensmonate eines Hundes sind eine Phase intensiven Wachstums. Knochen, Muskeln, Organe und das Nervensystem entwickeln sich in kurzer Zeit. In dieser sensiblen Phase spielt die Ernährung eine zentrale Rolle für eine gesunde Entwicklung.
Was ein Welpe in dieser Zeit bekommt, beeinflusst nicht nur sein Wachstum, sondern auch seine Verdauung, sein Immunsystem und sein Verhalten. Gerade deshalb lohnt es sich, sich früh mit einer ausgewogenen und gut verträglichen Ernährung zu beschäftigen.
Wachstum braucht ausgewogene Nährstoffe
Welpen wachsen schnell, gleichzeitig ist ihr Körper noch empfindlich. Der Verdauungstrakt muss sich erst entwickeln und auch der Stoffwechsel arbeitet noch anders als bei erwachsenen Hunden.
Eine gute Welpenernährung sollte deshalb vor allem eines sein: ausgewogen und gut verträglich. Der Fokus liegt auf hochwertigen Zutaten, einer sinnvollen Nährstoffzusammensetzung und einer Ernährung, die zum jeweiligen Hund passt.
Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Welpen sinnvoll zu ernähren.
BARF – biologisch artgerechte Rohfütterung
Beim sogenannten BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) wird der Hund mit rohem Fleisch, Knochen, Innereien sowie Gemüse und weiteren Ergänzungen gefüttert.
Viele Hundehalter entscheiden sich für diese Form der Ernährung, weil sie sich stark an der ursprünglichen Nahrung des Hundes orientiert. Wichtig ist dabei eine sorgfältige Zusammenstellung der Rationen, damit alle notwendigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten sind.
Mit einer gut geplanten Ration kann BARF eine sehr natürliche und gut verträgliche Ernährungsform sein.
Nassfutter – eine praktische Lösung im Alltag
Auch hochwertiges Nassfutter kann eine gute Grundlage für die Ernährung eines Welpen sein. Besonders Produkte mit einem hohen Fleischanteil und möglichst wenigen Zusatzstoffen werden von vielen Hunden gut vertragen.
Ein Vorteil von Nassfutter ist die einfache Handhabung im Alltag. Durch den höheren Feuchtigkeitsgehalt nehmen Hunde außerdem mehr Flüssigkeit über das Futter auf.
Selbst kochen für den Hund
Manche Hundehalter entscheiden sich dafür, für ihren Hund selbst zu kochen. Dabei werden frische Zutaten wie Fleisch, Gemüse und weitere Bestandteile individuell zubereitet.
Der Vorteil dieser Fütterungsform liegt in der vollen Kontrolle über die verwendeten Zutaten. Auch hier ist es wichtig, auf eine ausgewogene Zusammensetzung zu achten, damit der wachsende Hund alle notwendigen Nährstoffe erhält.
Trockenbarf als praktische Alternative
Eine weitere Möglichkeit ist sogenanntes Trockenbarf. Dabei handelt es sich um gefriergetrocknete Zutaten, die im Alltag besonders einfach zu lagern und zu portionieren sind.
Diese Form verbindet die Idee einer ursprünglichen Ernährung mit einer praktischen Umsetzung im Alltag und kann für viele Hundehalter eine interessante Alternative sein.
Spezielles Welpenfutter kritisch betrachten
Im Handel wird eine große Auswahl an speziellen Welpenfuttern angeboten, häufig in Form von Trockenfutter oder Nassfutter. Diese Produkte werden damit beworben, den besonderen Bedürfnissen wachsender Hunde gerecht zu werden.
In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass viele dieser Futtersorten sehr hohe Nährstoffkonzentrationen enthalten. Vor allem Kohlenhydrate und künstlich zugesetzte Vitamine sind teilweise deutlich überproportioniert.
Ein dauerhaft überhöhtes Nährstoffangebot kann den empfindlichen Organismus eines jungen Hundes belasten. Nicht selten kommt es zu Verdauungsproblemen, einer Überlastung des Darms oder Unruhe im Verhalten, besonders in den ersten Lebensmonaten.
Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung des Futters und eine Ernährung, die sich stärker am tatsächlichen Bedarf des Hundes orientiert.
Individuelle Ernährung ist der beste Weg
Jeder Welpe ist unterschiedlich. Rasse, Wachstumsgeschwindigkeit, Aktivität und individuelle Verträglichkeiten spielen bei der Fütterung eine wichtige Rolle.
Aus meiner Arbeit als ausgebildete Tierernährungsberaterin weiß ich, wie unterschiedlich Hunde auf verschiedene Fütterungsformen reagieren können. Deshalb gibt es selten die eine perfekte Lösung für alle Hunde.
Entscheidend ist eine Ernährung, die zum einzelnen Hund passt, gut vertragen wird und eine gesunde Entwicklung unterstützt.
Unterstützung in der Welpenzeit
Gerade in den ersten Monaten entstehen viele Fragen rund um Entwicklung, Erziehung und Ernährung. In meinen Welpengruppen begleite ich dich dabei, deinen Welpen ruhig und verständlich durch diese wichtige Lebensphase zu führen.
Du lernst, wie dein Hund seine Umwelt wahrnimmt, wie Orientierung am Menschen entsteht und wie du deinem Welpen im Alltag klare, verständliche Strukturen gibst. Dabei arbeiten wir bewusst in kleinen Gruppen, sodass jeder Mensch und jeder Welpe individuell begleitet werden kann.
Kurze theoretische Impulse wechseln sich mit praktischen Übungen ab, damit du das Gelernte direkt im Alltag umsetzen kannst. Im Mittelpunkt steht immer, dass dein Welpe positive Erfahrungen macht und sich gesund entwickeln kann.
Wenn du mehr über die wichtige Entwicklungsphase deines Welpen erfahren möchtest, findest du viele hilfreiche Hintergründe im Webinar „Welpenzeit ist Prägezeit“:
https://www.hunde-einmaleins.de/news/welpenzeit-ist-pragezeit/
Informationen zu meiner Welpengruppe mit kleinen, sorgfältig begleiteten Gruppen findest du hier:
https://www.hunde-einmaleins.de/einzel-und-gruppentraining/welpenschule/
Übrigens:
Eine weitere Folge einer dauerhaft zu hohen Energiezufuhr wird häufig unterschätzt: Viele Welpen kommen deutlich schwerer zur Ruhe. Der Körper steht gewissermaßen ständig unter Spannung, obwohl der junge Hund eigentlich Erholung bräuchte.
Gerade in der Wachstumsphase sind jedoch ausreichende Ruhe- und Schlafphasen entscheidend für eine gesunde Entwicklung. Wenn Welpen zu wenig schlafen, können schnell weitere Probleme entstehen – von Unruhe und verstärktem Beißen bis hin zu Konzentrationsschwierigkeiten.
Warum junge Hunde so viel Schlaf brauchen und wie wichtig regelmäßige Ruhephasen für ihre Entwicklung sind, erkläre ich ausführlicher im Beitrag „Warum Welpen so viel Ruhe brauchen“.

