
Grey-Collie-Syndrom: Wenn die Fellfarbe auf eine schwere Erbkrankheit hinweist
Ein silbergraues Fell kann bei einem Hund besonders auffällig und schön wirken. Beim Grey-Collie-Syndrom ist diese Fellfarbe jedoch kein reines Schönheitsmerkmal. Sie steht in direktem Zusammenhang mit einer schweren genetisch bedingten Erkrankung.
Betroffen sind Langhaar- und Kurzhaar-Collies. Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt: Hunde, die nur eine veränderte Genkopie tragen, sind selbst gesund. Erben Welpen die Veränderung jedoch von beiden Elterntieren, können sie erkranken.
Was passiert beim Grey-Collie-Syndrom?
Beim Grey-Collie-Syndrom, auch zyklische Neutropenie oder zyklische Hämatopoese genannt, ist die Bildung bestimmter weißer Blutkörperchen gestört. Die Zahl der neutrophilen Granulozyten fällt in regelmäßigen Abständen stark ab.
Dadurch kann das Immunsystem des Hundes Infektionen nicht ausreichend abwehren. Betroffene Welpen und Junghunde leiden unter anderem unter:
- wiederkehrenden Infektionen
- Fieber und Schwäche
- Entzündungen, beispielsweise im Bereich von Maul und Zahnfleisch
- Durchfall
- erhöhter Infektanfälligkeit
- teilweise Blutungen
Die Erkrankung kann schwerwiegend verlaufen und die Lebenserwartung deutlich verkürzen. Viele betroffene Hunde sterben bereits im Welpenalter an schweren Infektionen.
Warum ist das Fell silbergrau?
Das Grey-Collie-Syndrom wird durch eine Veränderung im AP3B1-Gen verursacht. Dieses Gen spielt unter anderem eine Rolle beim Transport bestimmter Zellbestandteile.
Die genetische Veränderung wirkt sich dabei nicht nur auf die Blutbildung aus, sondern auch auf die Pigmentierung des Fells. Betroffene Collies zeigen deshalb die charakteristische silbergraue Aufhellung.
Das macht das Grey-Collie-Syndrom zu einem besonderen Beispiel dafür, dass eine auffällige Fellfarbe unmittelbar mit einer schweren Erbkrankheit verbunden sein kann.
Grey-Collie-Syndrom und verantwortungsvolle Zucht
Heute lässt sich die genetische Veränderung durch einen DNA-Test nachweisen. Dadurch können betroffene Hunde und gesunde Träger zuverlässig unterschieden werden.
Damit zeigt dieses Beispiel auch, wie wichtig genetische Tests für eine verantwortungsvolle Zucht sind. Durch gezielte Tests können Träger identifiziert und entsprechende Verpaarungen vermieden werden. So lässt sich die Erkrankung gezielt aus der Zucht ausschließen, ohne gesunde Hunde unnötig aus der Population zu nehmen.
Eine Fellfarbe sollte niemals wichtiger sein als die Gesundheit des Hundes. Wenn bekannt ist, dass ein bestimmtes Merkmal mit einer schweren Erbkrankheit verbunden ist und sich durch entsprechende Zuchtplanung vermeiden lässt, sollte die Gesundheit bei der Auswahl der Zuchtpartner an erster Stelle stehen.
Beratung vor dem Hundekauf
Das Grey-Collie-Syndrom zeigt sehr deutlich, warum es sich lohnt, vor dem Hundekauf nicht nur auf Aussehen und Rassestandard zu achten. Genetische Erkrankungen, mögliche Zuchtmerkmale und vorhandene Gentests können wichtige Hinweise darauf geben, worauf zukünftige Hundehalter achten sollten.
Du möchtest einen Hund kaufen und hast Fragen zu einer Rasse, einem Züchter oder bestimmten Zuchtmerkmalen? Wir beraten dich vor dem Hundekauf kostenlos und unabhängig.

