
Hautfalten beim Hund: Wenn Falten zum Gesundheitsproblem werden
Hautfalten gehören bei einigen Hunderassen zum typischen Erscheinungsbild. Besonders ausgeprägt sind sie beispielsweise bei Mops, Französischer und Englischer Bulldogge oder Shar Pei.
Was als charakteristisches Aussehen gewünscht wird, kann jedoch gesundheitliche Folgen haben. Liegen Hautflächen dauerhaft eng aufeinander, entstehen Reibung und ein feucht-warmes Hautmilieu. Dadurch können sich leichter Entzündungen und Infektionen entwickeln. Für manche Hunde gehören wiederkehrende Hautprobleme deshalb zum Alltag.
Was passiert in tiefen Hautfalten?
Eine gesunde Haut kann ihre Schutzfunktion normalerweise selbstständig erfüllen. Liegen Hautflächen jedoch dauerhaft eng aufeinander, wird diese natürliche Schutzfunktion beeinträchtigt.
Feuchtigkeit kann schlechter abtrocknen, Wärme staut sich und die Haut wird durch die ständige Reibung zusätzlich belastet. In den betroffenen Bereichen können sich Rötungen, nässende Stellen und unangenehmer Geruch entwickeln. Häufig kommen bakterielle Infektionen oder eine Vermehrung von Hefepilzen hinzu.
Bei manchen Hunden entstehen dadurch immer wiederkehrende Hautprobleme, die behandelt und dauerhaft gepflegt werden müssen. In besonders ausgeprägten Fällen können Hautfalten sogar so stark aufeinanderliegen, dass eine operative Korrektur notwendig wird.
Welche Hunderassen sind häufiger betroffen?
Besonders ausgeprägte Hautfalten finden sich unter anderem bei:
- Englischer Bulldogge
- Französischer Bulldogge
- Mops
- Shar Pei
- Mastino Napoletano
- Bullmastiff
- Basset Hound
- Bloodhound
- Pekinese
Wie stark die Haut betroffen ist, hängt dabei von der individuellen Ausprägung und der jeweiligen Körperform ab.
Was andere Länder bereits anders regeln
Dass solche Zuchtmerkmale nicht nur eine Frage persönlicher Vorlieben sind, zeigt der Blick in die Niederlande. Dort nennt die zuständige Behörde sehr starke Hautfalten ausdrücklich als schädliches äußeres Merkmal, mit dem nicht gezüchtet werden darf. Auch für Hunde mit zu kurzer Schnauze gelten konkrete Zuchtvorgaben; darunter fallen beispielsweise Mops, Französische Bulldogge und Englische Bulldogge.
Auch das deutsche Tierschutzgesetz enthält mit § 11b bereits eine Regelung zur sogenannten Qualzucht. Danach ist Zucht verboten, wenn aufgrund züchterischer Erkenntnisse zu erwarten ist, dass bei den Nachkommen erblich bedingte Veränderungen zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen können.
Die gesetzlichen Grundlagen sind also vorhanden. Entscheidend ist, welche Konsequenzen daraus für die Zucht gezogen werden.
Wenn ein bestimmtes Erscheinungsbild nur durch eine extreme Ausprägung erhalten werden kann und diese Ausprägung gesundheitliche Probleme begünstigt, sollte deshalb nicht nur über eine weniger extreme Variante nachgedacht werden. Es darf auch die Frage gestellt werden, ob dieses Zuchtziel überhaupt weiterverfolgt werden sollte.
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