
Kinder und Hunde – warum eine gute Beziehung nicht von allein entsteht
Für viele Kinder ist der eigene Hund etwas ganz Besonderes. Er gehört zur Familie, ist Spielkamerad, Begleiter und oft ein wichtiger Teil ihres Alltags. Gerade zwischen acht und vierzehn Jahren entwickeln Kinder zunehmend eigene Ideen, möchten mit dem Hund etwas unternehmen und erleben ihn nicht mehr nur als Familienhund, sondern als ihren ganz persönlichen Gefährten.
Dass Kinder und Hunde sich gut verstehen, ist dennoch nicht selbstverständlich. Kinder meinen es meist liebevoll, wenn sie ihren Hund umarmen, ihn zum Spielen auffordern oder ihm möglichst nahe sein möchten. Für den Hund kann dieselbe Situation jedoch ganz anders aussehen.
Der gefürchtete fremde Hund, der plötzlich irgendwo auftaucht, ist dabei sehr selten das eigentliche Problem. Viel häufiger entstehen schwierige Situationen dort, wo man sich sicher fühlt: mit dem eigenen Hund oder einem Hund, den das Kind gut kennt. Gerade diese Vertrautheit kann dazu führen, dass wir weniger darüber nachdenken, wie der Hund eine Situation gerade erlebt.
Dabei geht es gar nicht darum, Kindern möglichst viele Regeln beizubringen. Kinder sollen auch nicht die Erziehung des Hundes übernehmen – diese Verantwortung bleibt bei den Erwachsenen. Im Verhältnis zum Hund sind sie eher so etwas wie Geschwister: Sie können miteinander spielen, gemeinsam etwas erleben und eine eigene Beziehung entwickeln, ohne dass das Kind die Rolle des Erziehers übernehmen muss.
Viel interessanter ist deshalb die Frage, wie ein Kind mit seinem Hund etwas gemeinsam tun kann, ohne ihn ständig über Kommandos zu steuern.
Was passiert, wenn der Hund nicht das macht, was ich von ihm erwarte? Ziehe ich ihn dann einfach zu mir? Oder kann ich meine eigene Position verändern, ihm eine andere Möglichkeit geben und herausfinden, was für ihn gerade leichter ist?
Genau solche Erfahrungen können Kindern helfen, ihren Hund besser zu verstehen. Nicht durch einen Vortrag, sondern indem sie selbst erleben, dass sich eine Situation verändert, wenn sie ihr eigenes Verhalten verändern.
Das ist der Gedanke hinter meinem Kinderkurs: Lernen durch Erleben. Die Kinder probieren gemeinsam mit ihrem Hund kleine Aufgaben aus, lernen dabei, genauer hinzusehen, geduldiger zu werden und ihren Hund nicht nur als jemanden zu betrachten, der etwas ausführen soll.
Und vielleicht ist genau das der schönste Teil am Zusammenleben mit einem Hund: Wenn Kinder anfangen, nicht nur zu sehen, was ihr Hund tut, sondern auch ein bisschen besser zu verstehen, warum er es tut.
In den Herbstferien möchte ich Kindern deshalb wieder die Gelegenheit geben, genau das gemeinsam mit ihrem Hund auszuprobieren. Hier geht es zum Kurs: Kinder & Hunde

